Adolph Weyers
Aus Frankfurt kommend kehre ich bei Belz ein. Die Frauen von Overtüsch und von Fetzer sind bereits dort. Gegen neun Uhr abends kommen Carl Heckmann, Afrom May, Monsam und Tillenberg ebenfalls dorthin. Sie kamen von einem Raubzug zurück. Von den gestohlenen Waren bekomme ich Piquet, das Baumwollgewebe, und den kräftigen Kordstoff "Manchester" verehrt.
(Becker, S.191)
Jahreszahl korrekt?
AndreasdurchdenWaldXXX - Sonntag, 11. November 1804, 1:19 PM
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Gerade konnte ich aus dem Gefängnis zu Wesel ausbrechen. Gottseidank, ich konnte bei einem kochemer Kamerad untertauchen, doch die Gendarme sind mir auf den Fersen. Wer weiß, vielleicht meine letzten Eintragungen in dieses Tagebuch?
Nachwelt, die ihr dies lest: Ich bereue nichts!
(Weyers wurde gefangen und nach Sibirien transportiert. In Dillenburg nannte er sich Anton Winkens)
-(Becker, in Die großen Räuberbanden, S.205)
AndreasdurchdenWaldXXX - Dienstag, 15. Juli 1800, 11:40 PM
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Speziell für diesen Zug gebe ich mir den Tarnnamen Anton Winkens, doch werde entlarvt
-(Becker, S.206)
AndreasdurchdenWaldXXX - Montag, 07. Mai 1798, 2:06 AM
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Um 4 Uhr morgens erreichten wir das Haus des Hebräers. Wir klingelten ihn aus dem Bett und wollten ihm die geraubten Sachen, hauptsächlich Cotton und Tücher, verkaufen. Wir handelten 20 Reichsthaler für jeden von uns. Auschur erwies sich jedoch als schlechter Partner und Schurke zudem: Nicht nur, dass er das Geld garnicht hatte, er bestahl uns unserer Beute in einem unachtsamen Moment. Was tun?
Wir gingen steckum nach Köln, und suchten den Anton Keil auf. Wir wollen bei ihm den Diebstahl anzeigen.
Eine verrückte Geschichte ist es ja schon: Eine Räuberbande stiehlt und wird des Diebesgutes bestohlen.
In Köln`s Gefängnis saß Fetzer ein. Man erzählte, er habe später den Moshe Anschur als Dieb entlarvt
(Becker,S.105-108 f.)
AndreasdurchdenWaldXXX - Mittwoch, 21. Februar 1798, 9:59 PM
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Mit Damian, Leib von Mersen, Hüskeshannes und den anderen sassen wir in Bendorf bei einem kochemer, als der Moyses Abraham aus Hönningen zu uns stösst, und einen Raub anträgt, dem wir sofort beschliessen, bei einem Linzer Kaufmann.Wir machen uns sofort auf den Weg.
Unterwegs werde ich krank und , kann kaum gehen. Am Seilerhäuschen im Linzer Wald bieb ich zurück, die anderen übten den Raub aus. Auf dem Rückweg nahmen sie mich wieder mit. Wir zogen von Linz nach Bad Hönningen, um die Waren bei Moyses Abraham zu verkaufen.
(Becker, S.104 ff.)
AndreasdurchdenWaldXXX - Dienstag, 20. Februar 1798, 12:17 AM
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Heute nacht, fast genau um Mitternacht verübten wir den Überfall auf den Wirt Franzen zu Eschweiler. Anwesend waren: der scheele JickJack, Leib von Mersen, Kernmilch, Augustin Overtüsch,und natürlich
Damian. Einige Jungen aus Aachen und Bauern aus Haaren waren auch dabei Overtüsch hat sie angeheuert.
Wir hatten einen Wagen dabei, da viel zu rauben versprochen war.
Über ein Feld näherten wir uns dem Haus. Dort angekommen brachen wir die Tür miit dem Rammbock auf.. Die Bewohner, das Ehepaar Franzen und ein Jäger der zu Gast war, kamen garnicht richtig zu Bewußtsein, da hatten wir sie schon vollends "im Griff."
Aus dem Schlaf erwacht hatte Franzen schon einen Gewehrkolben über bekommen, daß er direkt wieder bewußtlos zu Boden stürzte. Wir machten uns daran, die Frau zu knebeln, dann das Haus zu durchsuchen. Während ich eine Kiste durchsuchte, bemerkte ich, daß der Bewußtlose wieder auf den Beinen war, und sich mit einem GEwehr in der Hand im Kamin verstecken wollte. "Du willst Dich noch wehren?" herrschte ich ihn an, stürzte mit meinen Kameraden auf ihn, zerrte ihn in die Küche. Da wir sein Geld noch nicht gefunden hatten, befahl ich, diesem Wirt Arges anzutun..Wir fixierten ihn auf den Küchentisch und drei meiner Gesellen halfen mir, ihn an allen vier Extremitäten zu ziehen. Er schrie wie am Spieß, das gefesselte Weib, eine Kindbett-Wöchnerin, winselte.
(Becker, S.100/101)
AndreasdurchdenWaldXXX - Freitag, 29. Dezember 1797, 1:59 PM
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Es ist unbeschreiblich: Nach dem Überfall in Maastricht, der beschwerlichen Flucht fühle ich mich hier, nahe Neuwied wohl und ruhig, sicher. Belz, bei dem ich nun wieder sitze, tut das seine dazu. Im weißen Turm traf ich einen gewissen Stockart, Kaufmann von Beruf auf dem Weg nach Amsterdam. Er berichtet über Neuigkeiten den Raub betreffend, ich antworte ihm kühn- zu kühn?
AndreasdurchdenWaldXXX - Freitag, 08. Dezember 1797, 11:06 PM
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Schwarze Farbe im Gesicht verübten wir heute ganz nach Manier der "Highwaymen" einen Straßenraub. Wir waren zu viert, mit dabei waren Hans und Martin Bogmann aus Mersen und Stinkens.
Der brave Fuhrmann Goyarts und der Handelsmann Lammers waren auf dem Weg von Maastricht nach Hertogenbosch mit einem Karren. Am Nachmittag gegen vier Uhr überraschten wir sie., sprangen aus einem Gebüsch und überraschten sie so mit unseren Pistolen, die wir auf sie hiielten. Nachdem wir ihre Geldbörsen hatten, knebelten wir sie. Dann sprangen wir auf ihren Karren, warfen alles Obst und Gemüse auf die Straße und fanden eine Kiste. Darin waren silberne Platten und eine zweite Börse voll Geld. Wir griffen die Sachen, doch als der Kaufmann dies sieht fleht er mich an:
Wenn ihr mir das bisschen Geld nehmt, bin ich mit meinem Weib und Kindern auf immer unglücklich (Becker, S.95)
Diese Worte machten mich rührselig, so schmiß ich ihm diese Geldbörse hin, und meine Kameraden und ich verschwanden mit den Silberplatten und der ersten Börse. Nach dem Raub stoben wir auseinander, die Bogmanns zurück nach Mersen, ich machte mich nach Nieuwenhagen.
(Becker, S.94-96)
AndreasdurchdenWaldXXX - Donnerstag, 09. November 1797, 10:19 PM
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Es wird Zeit, daß ich das Tagebuch-Schreiben ordentlich beginne. Die Zeiten sind schlecht geworden für unser Handwerk, die Nachwelt soll es wissen. Der Franzos beherrscht die linke Rheinseite, der Boden ist heiß geworden. Was aus den alten Kameraden unserer "Mersener Bande" geworden ist, weiß ich nicht, wir haben uns getrennt. Man sagt, sie seien zurückgegangen nach den Niederlanden, oder untergetaucht. Ich hoffe es
Sitze jetzt bei Belz, der Wirtschaft in Neuwied- ein Neuanfang, rechtsrheinisch.
AndreasdurchdenWaldXXX - Samstag, 07. Oktober 1797, 11:03 PM
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5 Tage nach unserem Raub in Breyell sitze ich mit Damian, dem Petschierstecher und Kob, dem Juden, in dem "Gasthaus zum Lämmchen" eines kochemer Wirtes. Da tritt ein französicher Gendarm, der Ortskommandeur Capitaine Petrache des 6. Chasseur- Regiments , wie ich mittlerweile weiß, ein. Unsere Kleidung gefiel ihm wohl nicht. Wir sahen in seinen Augen verdächtig aus. Er machte kurzen Prozess, nahm uns fest, schleppte uns vor das Civil-Gericht.
Dort mussten wir unsere Pässe zeigen, diese waren gut, aber gefälscht, Mein Name darauf war Anton Winkens. Ich gab vor, mit Damian zusammengereist zu sein, in Mersen zu wohnenund nun nach Elberfeld zu reisen.
Vielleicht hätte alles geklappt, auch die Kameraden hatten gefälschte, gut gemachte Pässe- wenn nicht Kob, ein zu auffälligen, ausgebeulten Mantel gehabt hätte. Wir wurden durchsucht, und jetzt kam alles zu Tage:

. Meine drei Briefe fanden sie. Diese machten mich sofort verdächtig, trotzdem ich Ihnen erzählte, diese auf der Straße "gefunden" zu haben.Der Petschierstecher hatte eine Terzerole dabei, die er genauso schlecht versteckt hatte wie Damians Sackpistole, die Patronen und Kob ´s Ladestock.

Im weiteren Verlauf des Verhörs behindern wir uns in unseren Aussagen, und werden so umso verdächtiger. Sie verhaften uns.
(Becker, S.82/83)
AndreasdurchdenWaldXXX - Montag, 22. Mai 1797, 2:19 AM
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