Donnerstag, 9. November 1797

Straßenraub Maastricht

Schwarze Farbe im Gesicht verübten wir heute ganz nach Manier der "Highwaymen" einen Straßenraub. Wir waren zu viert, mit dabei waren Hans und Martin Bogmann aus Mersen und Stinkens.
Der brave Fuhrmann Goyarts und der Handelsmann Lammers waren auf dem Weg von Maastricht nach Hertogenbosch mit einem Karren. Am Nachmittag gegen vier Uhr überraschten wir sie., sprangen aus einem Gebüsch und überraschten sie so mit unseren Pistolen, die wir auf sie hiielten. Nachdem wir ihre Geldbörsen hatten, knebelten wir sie. Dann sprangen wir auf ihren Karren, warfen alles Obst und Gemüse auf die Straße und fanden eine Kiste. Darin waren silberne Platten und eine zweite Börse voll Geld. Wir griffen die Sachen, doch als der Kaufmann dies sieht fleht er mich an:
Wenn ihr mir das bisschen Geld nehmt, bin ich mit meinem Weib und Kindern auf immer unglücklich (Becker, S.95)

Diese Worte machten mich rührselig, so schmiß ich ihm diese Geldbörse hin, und meine Kameraden und ich verschwanden mit den Silberplatten und der ersten Börse. Nach dem Raub stoben wir auseinander, die Bogmanns zurück nach Mersen, ich machte mich nach Nieuwenhagen.

(Becker, S.94-96)
- Rubrik: Adolph Weyers

Montag, 23. Oktober 1797

Am Rhein in Neuwied

Gottseidank habe ich den Kamerad Weyers in Neuwied wiedergetroffen, er hat eine neue Bande. Aus alter Verbundenheit werde ich seine rechte Hand.
- Rubrik: Carl Heckmann

Samstag, 7. Oktober 1797

Ein neues Zuhause

Es wird Zeit, daß ich das Tagebuch-Schreiben ordentlich beginne. Die Zeiten sind schlecht geworden für unser Handwerk, die Nachwelt soll es wissen. Der Franzos beherrscht die linke Rheinseite, der Boden ist heiß geworden. Was aus den alten Kameraden unserer "Mersener Bande" geworden ist, weiß ich nicht, wir haben uns getrennt. Man sagt, sie seien zurückgegangen nach den Niederlanden, oder untergetaucht. Ich hoffe es
Sitze jetzt bei Belz, der Wirtschaft in Neuwied- ein Neuanfang, rechtsrheinisch.
- Rubrik: Adolph Weyers

Dienstag, 23. Mai 1797

Verhaftung Erkelenz- Damian Hessel

Jetzt sitz ich also auch wieder fest, nach dem Überfall zu Breyell. Dabei hatte ich so einen guten Pass dabei, Anton Schucht heiße ich datin und komme aus Mersen. Ach hätte ich doch ein besseres Versteck für die Sackpistole gehabt.
Nicht genug der Verwicklungen, die wir uns vor Gericht leisteten: Gestern kamen die Judn Kaufmann, Simon Raphel und Hirsch Spinnas nach Erkelenz. Sie verstrickten sich ebenfalls in Lügen. Sie sagten, sie seien Bedienstete des französischen Militärs und seien auf der Suche nach drei Kameraden, uns, die durch Erkelenz pasieren wollten. Die genaue Beschreibung von Kob, Weyers und mir machte sie verdächtig. Das Gericht schickte nah dem überfallenen TErkatz aus, zur Gegenüberstellung. Der erkannte uns natürlich, und als Weyers´Hosentasche durchsucht wurde, fand sich eine Münze darin, die Terkatz auch identifizieren konnte.
Heute nun kamen des Morgens kamen die Mätressen des Kob und des Petschierstechers auch hier hin und versuchten mit Zertifikaten unsere Unschuld zu beweisen. Die Aussagen darauf bescheinigten angeblich, dass Weyers und ich zur angegebenen Tatzeit bei dem Schneidermeister R. waren, Kob hingegen bei dem Wirt B.
Gute Zeugnisse waren das nicht, jedoch ein gutes Ablenkungsmanöver. Während die Weiber im Gendarmerie verhört wurden, konnten wir in Ruhe unseren Ausbruch vorbereiten.
Morgen abend werden wir es tun, und schaffen! Davon bin ich überzeugt.
(Becker, S.83-86)
- Rubrik: Damian Hessel

Montag, 22. Mai 1797

Festnahme in Erkelenz

5 Tage nach unserem Raub in Breyell sitze ich mit Damian, dem Petschierstecher und Kob, dem Juden, in dem "Gasthaus zum Lämmchen" eines kochemer Wirtes. Da tritt ein französicher Gendarm, der Ortskommandeur Capitaine Petrache des 6. Chasseur- Regiments , wie ich mittlerweile weiß, ein. Unsere Kleidung gefiel ihm wohl nicht. Wir sahen in seinen Augen verdächtig aus. Er machte kurzen Prozess, nahm uns fest, schleppte uns vor das Civil-Gericht.
Dort mussten wir unsere Pässe zeigen, diese waren gut, aber gefälscht, Mein Name darauf war Anton Winkens. Ich gab vor, mit Damian zusammengereist zu sein, in Mersen zu wohnenund nun nach Elberfeld zu reisen.
Vielleicht hätte alles geklappt, auch die Kameraden hatten gefälschte, gut gemachte Pässe- wenn nicht Kob, ein zu auffälligen, ausgebeulten Mantel gehabt hätte. Wir wurden durchsucht, und jetzt kam alles zu Tage:Terzerole. Meine drei Briefe fanden sie. Diese machten mich sofort verdächtig, trotzdem ich Ihnen erzählte, diese auf der Straße "gefunden" zu haben.Der Petschierstecher hatte eine Terzerole dabei, die er genauso schlecht versteckt hatte wie Damians Sackpistole, die Patronen und Kob ´s Ladestock. ladestock Im weiteren Verlauf des Verhörs behindern wir uns in unseren Aussagen, und werden so umso verdächtiger. Sie verhaften uns.
(Becker, S.82/83)
- Rubrik: Adolph Weyers

Mittwoch, 17. Mai 1797

Breyell

Der Jude David Kahn aus Hemmerden kommt auf mich zu, und bringt mir und Adolph einen Raub an in Breyell bei Gladbach. Er sagte es wären im Hause des etwa 50 jährigen Matheis Zerfaß wären gr0ße Reichtümer zu erwarten. Adolph, Generalchen, Selig und ich holten Pferde von einem kochemer in Aachen. Die anderen 13 Mitgesellen gingen zu Fuß- so zogen wir gen Breyell.
Wir hatten leichtes Spiel, erbrachen zuerst mit einem bearbeitendenTannenbaum die Tür, knebelten den alten Mann, durchsuchten das Haus. Doch es gab nichts kaum etwas zu holen, bis auf 9000 Livres. Wir schlugen auf den Zerfaß ein, vor Wut. "Ich habe keine Wertgegenstände mehr! Ich bin ein armer Mann." winselte er.
Als das Haus durchsucht war, zogen wir ab. Hat David uns einen absichtlich diesen Raub angetragen, wollte er uns belügen? Wir beschloßen, ihm nur 20 Kronen Baldowergeld zukommen zu lassen.
- Rubrik: Damian Hessel

Mittwoch, 3. Mai 1797

Vorst: Gräfin Efferen- Neersdonk

neersdonk In dieser Nacht haben wir das Haus der Gräfin Efferen- Neersdonk überfallen, jedoch nicht so glücklich. Die Sturmglocke des Hauses konnte gezogen werden, der Hausgeistliche, ein wahrhaft tapferer Mann schoß auf uns. Er traf gottseidank nicht, aber Nivensheimer Pitter hat eine Schmauchspur im Gesicht abbekommen.vom versengten Pulver. Ein wenig Beute konnten wir mitnehmen, ehe wir vertrieben wurden.
(Becker, S.79/80, Bildquelle: Homepage der Stadt Tönisvorst).
- Rubrik: Adolph Weyers

Dienstag, 2. Mai 1797

nach Maastricht

Nach dem Straßenraub zu Maastricht lerne ich Neuwied kennen. Dort konnte ich bei dem Gastwirt Anton Belz Unterschlupf finden. Er ist kochem. Einige alte Weggefährten sind bereits dort. Wir planen einen Raub in Linz am Rhein.
- Rubrik: Adolph Weyers

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